Montag, 25. Januar 2021

3. Mahnwache gegen Obdachlosigkeit am Roten Rathaus

 
Die Organisatori*innen schreiben dazu ferner Folgendes:
 
 
DIE DRITTE MAHNWACHE GEGEN OBDACHLOSIGKEIT und ZWANGSRÄUMUNGEN! 

Für die BESCHLAGNAHMUNG VON SPEKULATIVEM BEZUGSFERTIGEM LEERSTAND!


29. Januar & 30. Januar 2021

am Roten Rathaus (Rathausstraße 15, 10178 Berlin)


Unsere systemrelevante Arbeit ist dieser Protest


Es wird wieder nur improvisiert, um Obdachlose über den Winter zu bringen.

Symbolträchtig am Jahrestag der „Nacht der Solidarität - 29.01.2020“

findet die Speisung durch die Berliner Obdachlosenhilfe

am 29.01.2021 ab 19:30 Uhr am Roten Rathaus statt.


(umrahmt von Redebeiträgen und Musik u. a. mit Lena Stoehrfaktor, Andrej Hermlin, Paul Geigerzähler, EselsAlptraum und Tex Brasket)


WIR FORDERN EIN SOFORTIGES HANDELN:

+++ Zwangsräumungen stoppen! +++

+++ Leerstand beschlagnahmen – Leerstand zu Wohnraum! +++

+++ Gebt wohnungslosen Menschen ein bedingungsloses Zuhause! +++


Die Mahnwache soll wegen der Corona-Pandemie klein gehalten werden aber trotzdem werden wir unseren Forderungen Ausdruck verleihen! Deshalb wollen wir Rede- und Musikbeiträge medial aufnehmen. Unter #ObdachlosB2901 wird alles medial zu finden sein. Wir fordern auf zu gegenseitiger Fürsorge durch Einhaltung der Hygienemaßnahmen, durch Abstand halten und Mund-Nase-Schutz-tragen.


Seid solidarisch und zeigt, dass nicht bis 2030 gewartet werden kann, um Obdachlosigkeit zu beenden!


Wir finden, dass sich wesentlich seit der letzten Mahnwache NICHTS verändert hat, selbst die Pandemie hat nur kurzzeitig (März bis Juni 2020) zur Aussetzung von Zwangsräumungen geführt. Trotz des Aufzeigens des Leerstandes im Oktober durch die Beschlagnahmung des bezugsfertigen Leerstandes in der Habersaathstraße durch Obdachlose mit Hilfe einer Initiative wurde trotz Fristsetzung auf Prüfung zur Beschlagnahmung geräumt.


40.000 Menschen (12.000 sind unter 18 Jahre) sind in Berlin in Wohnheimen, Hostels und

Pensionen untergebracht. Davon sind ca. 57% dort länger als 1 Jahr. (Stand 31.12.2017)


Aufgrund des Selbstbestimmungsrechtes des Einzelnen, des Rechtes auf körperliche

Unversehrtheit meiden viele Obdachlose eine ordnungsrechtliche Unterbringung. In

Wohnheimen gibt es Gewalt, Diebstahl und Krankheiten.


Die Mahnwache soll erneut verdeutlichen, dass der Artikel 28 der Berliner

Landesverfassung gerade jetzt in der Zeit einer weltweiten Pandemie verpflichtet,

dass das Recht auf angemessenen Wohnraum umzusetzen ist.


Die scheinbare Unfähigkeit und den scheinbar nicht vorhandenen politischen Willen

Obdachlosigkeit nachhaltig zu bekämpfen zeigt wie mit Leerstände trotz

Zweckentfremdungsverbot und Freiflächen für Menschen, die Alternativ leben wollen werden

eher weniger statt mehr werden, umgegangen wird. Wo sind die versprochenen Safe-

Places?


Laut einer Anfrage an das Abgeordnetenhaus (Drucksache 18 / 25 482) gibt es ca. 5000

Wohnungen bei den Landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, die sofort

wohnungslosen Menschen zur Verfügung gestellt werden können.

Wenn die Zählung im letzten Jahr nur ca. 2000 Obdachlose Menschen ergeben hat - hätte

jede Person jetzt eine Wohnung. Wir fordern eine Rückkehr zur Gemeinnützigkeit und

eine Quote an Wohnungen für Menschen ohne Obdach!



Wir fordern ganz klar die Beschlagnahmung von bezugsfertigem leerstehendem

Wohnraum um obdachlosen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

bedingungslos einen Schutzraum, ein Zuhause zu geben.


Wir fordern weiterhin das Recht auf Wohnen ins Grundgesetz zu verankern!

Auch fordern wir die unbedingte Einbindung von Initiativen und Organisationen wie

#LeaveNoOneBehindNowhere, die schon im April 2020 ein 10-Punkte Soforthilfeprogrammerarbeitet haben um Menschen ohne Obdach, mit und ohne Migrationshintergrund sofort eine Hilfemöglichkeit zu geben.


Die Mahnwache soll wegen Corona klein bleiben, deshalb wollen wir Rede- und Musikbeiträge medial aufnehmen. Unter #ObdachlosB2901 wird alles medial zu finden sein. Wir fordern auf zu gegenseitiger Fürsorge durch Einhaltung der Hygienemaßnahmen, durch Abstand halten und Mund-Nase-Schutz-tragen.


Seid solidarisch und zeigt, dass nicht bis 2030 gewartet werden kann um

Obdachlosigkeit zu beenden. Die Pandemie ist jetzt, Obdachlosigkeit gibt es schon

zu lange um noch länger auszuharren.

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Pressemitteilung der Organisatori*innen/ 

des Bündnisses:

 

Bündnis gemeinsam gegen Obdachlosigkeit
Pressemitteilung vom 25.01.2021 - Dritte Mahnwache gegen Obdachlosigkeit
Bei der nun schon dritten Mahnwache am Roten Rathaus am 29. und 30. Januar, genau 1 Jahr
nach der Zählung, wollen wir auf die derzeitige Situation der scheinbar Vergessenen hinweisen
und fordern angesichts der Covid19 Pandemie und des Mottos „Bleib Zuhause“, - „Gebt Zuhause“.
„Wir können nicht bis 2030 warten, bis die Obdachlosigkeit beendet werden soll. Jetzt ist die
Pandemie und wieder wurde nur improvisiert um uns Menschen ohne Obdach über den Winter zu
bringen“ sind die Worte eines Menschen, der derzeit kein eigenes Zuhause hat. Ganz besonders
in diesem Jahr wollen wir als ein breites, immer noch wachsendes, Bündnis gemeinsam gegen
Obdachlosigkeit, bisher bestehend aus 29 diversen Initiativen, Gruppen, Organisationen und
Bündnissen auf dieses unbequeme Thema aufmerksam machen, dass genau jetzt nicht nur ein
Umdenken, sondern ein sofortiges Handeln gefordert ist.
Wegen der derzeitigen Pandemie rufen wir nicht dazu auf zur Mahnwache zu kommen. Ihr könnt
die Mahnwache auf den sozialen Medien unter #ObdachlosB2901 verfolgen und die Inhalte gerne
teilen und verbreiten.
Um dennoch eine starke Botschaft zu senden und unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen,
wollen wir Rede- und Musikbeiträgen am Roten Rathaus medial begleiten, live streamen und der
Öffentlichkeit Verfügung stellen.
Wir fordern die sofortige Beendigung von Zwangsräumungen und der Beschlagnahmung von
bezugsfertigem leerstehendem Wohnraum um obdachlosen Menschen mit und ohne
Migrationshintergrund bedingungslos einen Schutzraum, ein Zuhause zu geben.
Wir freuen uns, dass die Berliner Obdachlosenhilfe, als Bündnispartnerin, die tägliche Speisung
diese Mal am Roten Rathaus macht, um damit zu zeigen, dass Politik und Behörden viele
Menschen bei all den Lockdown-Maßnahmen zurückgelassen hat. Der bekannte Swing-
Musiker Andrej Hermlin wird mit seinem Sohn ebenfalls am Freitag, den 29. Januar, nach seinem
Livestream einen Auftritt haben und auch die Rapperin Lena Stoehrfaktor konnten neben anderen
wir für ein solidarisches Konzert gewinnen.
Wir können nicht nachvollziehen, dass uns, obwohl wir unser strenges Hygienekonzept den
derzeitigen Bedingungen angepasst haben, uns das Straßen- und Grünflächenamt in diesem Jahr
die Ausnahmegenehmigungen zum Aufstellen eines Dixiklos und eines Unterstandes verweigert.
Bei den Mahnwachen 2019 und 2020 wurden uns keine Steine in den Weg gelegt um das
Gedenken an die Kältetoten, die es auch diesen Winter schon gab, zu ermöglichen. Wenn jeder
Obdachlose derzeit eine menschenwürdige Unterkunft hätte, wäre eine erneute Mahnwache nicht
nötig.
Bündnis gemeinsam gegen Obdachlosigkeit
Berliner Obdachlosenhilfe, Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen, Bündnis gemeinsam gegen
Verdrängung und Mietenwahnsinn, Iniforum Berlin, IG HAB, Klik e.V., AK Wohnungsnot, Deutsche Wohnen
& Co enteignen, Aktivistinnen für Wohnen Mieten und Soziales, Initiative Neue Heimat Mitte, Aktionsbündnis
solidarisches Kreuzberg, BIZIM KIEZ, Initiative Leerstand Hab ich saath, Kollektiv „Staub zu Glitzer“, Büro für
ungewöhnliche Maßnahmen, Initiative Stadt von Unten, Armutsnetzwerk, Wohnungslosenparlament in
Gründung, Potse, Drugstore, Vernetzung der Akelius-Mieter*innen, Aufstehen AG Wohnen, Gangway e.V.
Straßensozialarbeit in Berlin, Initiative Wem gehört Berlin, Mieterprotest Kosmosviertel, Eberhard-Schultz-
Stiftung, Initiative Zwangsräumung verhindern, Initiative Berlin VS Amazon, Mieter TV P2 P

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