Sonntag, 24. Juni 2018

Anfrage zu den Fotos vor dem Gebäude einer Personalfirma

Im Rahmen meiner Aktivitäten für die WAHRHEITSPATENSCHAFT.de
veranstaltete ich eine Kundgebung vor der Niederlassung eines Personaldienstleisters.

Dabei posierten wir vor den Werbefahnen der Firma mit unserem eigenen großen "Sanktionen-hier-ruht"- Banner und ich spazierte den Rest der Kundgebung kurzzeitig verlassend als Einzelperson mit einem fesch designten Rollköfferchen über den Hof, wo ich mir den Firmensitz einmal anschauen wollte.
Davon schoss jemand vom öffentlichen Straßenland aus mehrere Fotos, die mich trefflich abbilden.
Eine kleine Auswahl unserer Fotos schickte ich den "Mietern auf dem Hinterhof" der Location, damit sie sich äußern könnten zu meiner Idee, dies öffentlich zu posten.

Hier mein Schreiben einige Tage später:

Sehr geehrte MieterInnen des kleinen Gebäudes auf dem Hof der
Beilsteiner Straße 109,

kürzlich sind von mir folgende Fotos* und weitere angefertigt worden, die ich gern in der Öffentlichkeit im Rahmen meiner unkommerziellen politischen Arbeit verbreiten möchte.

Was halten Sie davon?

Beste Grüße
FriGGa Wendt
freiberufliche Bildungsträgerin

*die Fotos wurden von öffentlichem Straßenland aus angefertigt.



Da dieser Brief bis 24. 07. 2018 unbeantwortet blieb, werden jetzt die Bilder veröffentlicht (rechtlich gibt und gab es an sich keine Bedenken, nur das Feedback wäre interessant gewesen und dafür sollte die Möglichkeit einer geschützten Umgebung mit dem Arbeitgeber nicht durch Fotos vorschnell erschüttert werden).

Eindruck vom Gewerbegebiet, ein werbender Zaun:


während der Aktion standen wir vor dem Zaun:


 und vor dem Parkplatz, hinter dem der Firmensitz sichtbar ist:

...ich gehe als eine ehemalige und potentiell sich immer wieder bewerben (müssende) auf dem Parkplatz vor der Niederlassung der Firma rollmops spazieren - um mich umzusehen. Jemand machte vom öffentlichen Straßenland aus dieses Fotos:


Weiteres zur Demo:
Am 12. Juni 2018 ab 11:30 traf sich ein kleines Grüppchen im Marzahner Gewerbegebiet Beilsteiner Straße - nahe des Jobcenters Berlin Marzahn.
Dort ist nämlich eine Firma ansässig, die schon durch von mir ungenehmigte Datenweitergabe an mein Jobcenter aufgefallen war - aber auch viele andere Personaldienstleister, Bildungsträgerfirmen und andere sind dort ansässig.
Erinnerungen an Zwangsbewerbungen wurden bei fast jedem von uns wach.
Auch ein Erotikladen schmückte die Gegend, so dass doch glatt einem Teilnehmer der unterhaltsame Gedanke entwischte, das sei eine regelrechte Traumgegend für einen hypothetischen Arbeitsvermittler, der den Auftrag hätte, mich zu vermitteln ;-)

Nun fand sich die Niederlassung der besagten Firma auf dem Hinterhof eines beliebten Trampolin-Sport-Tobelandes, das oft von Familien zur Nachmittagszeit aufgesucht würde. Mittags war kaum jemand dort, also beschlossen wir, unsere polizeilich angemeldete und begleitete Kundgebung auf ein Fotoshooting und kurze Sprechchöre zu begrenzen. Schließlich wollten wir uns und der Polizei bald Feierabend geben.

 
Einer unserer Teilnehmer wurde von einem Müllfahrer angschnauzt mit "geht arbeiten", worauf die beiden ein längeres Gespräch über die LKW-Tür hielten. Jedenfalls lächelte der Fahrer am Ende des Gesprächs, als er weiterfuhr.
 

Anmerkung zu Erlebnissen mit Personaldienstleistern:
Ein Hartz-IV-Betroffener wurde in jüngerer Zeit zu einer Informationsveranstaltung einer (anderen) Zeitarbeitsfirma eingeladen (ja, sogar OHNE Sanktionsdroh!). 
Dort stellte er die Frage, wieviel denn der "Kunde" der Zeitarbeitsfirma, der ihn möglicherweise beschäftigen würde, an "Auslösegebühr" zahlen müsse, um ihn dauerhaft "zu übernehmen".
Darauf reagiert die Vertretung der ZAF nicht gerade gefasst.
Er wurde angezischt mit Worten ähnlich wie: "Das geht Sie gar nichts an - unser Vertrag besteht nicht mit Ihnen, sondern mit dem Kunden, bei dem Sie arbeiten."

Das zeigt deutlich, wie der Mensch zum Objekt wird und über ihn Geschäfte gemacht werden - "Verträge zu Lasten Dritter" würde ich das nennen.
Menschenhandel ist verboten - wohl aber sind die Gesetze dehnbar für den Handel "mit menschlicher Arbeitskraft". Der Beschäftigte soll dann gar noch DANKBAR sein, so eine CHANCE zur Arbeitsmarktintegration zu erhalten...
Kopfschüttel.
WELTRETTUNG-durch-THERAPIE.de kann ich da nur sagen...

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